Krise bei freenet?
Wenn man einen kurzen Blick in die Anbieter-Bewertung von freenet riskiert, wird schnell klar, dass das Unternehmen nicht den besten Ruf genießt. Jetzt wurde dieses durch den massenhaften Verlust von Kunden deutlich. freenet verliert 90.000 Kunden im DSL-Geschäft, prinzipiell machen Sie dafür drei Faktoren verantwortlich, die selbstverständlich nicht direkt von freenet gesteuert werden konnten. Schuld haben also die Anderen.
Im Vergleich zum 4. Quartal 2007 hat freenet ein Minus von 6,8 % einstecken müssen, im Vergleich zum 1. Quartal 2007 sind es sogar 48,4 Prozent. Auch wenn aufgrund von verschiedenen Sondereffekten ein solcher Vergleich nur schwer möglich ist, wird klar, dass freenet ernste Probleme hat. Welche das sind hat der Vorstandschef von freenet, Herr Eckhard Spoerr nun identifiziert.
3 Faktoren – 3 Stolpersteine für freenet?
- Der erste Faktor ist die Debatte über die Zerschlagung von freenet ausgelöst durch die United Internet Gruppe, zu der freenet gehört. Die Diskussion hat die Kunden verunsichert und so zu dem Weggang einiger dieser 90.000 Kunden geführt.
- Ein weiterer Faktor ist bei der Deutschen Telekom zu suchen – wo auch sonst? Durch den „Bearbeitungsstau“ ist es zu Verzögerungen gekommen, die einige Kunden zum Rückzug aus den Verträgen von freenet bewegt hat.
- Der dritte Faktor sind die unseriösen Methoden einiger Vertriebspartner, über die es bei freenet häufiger Beschwerden gab. Die Konsequenzen aus diesen Beschwerden, waren die Trennung von diesen Partnern und dadurch der Wegfall von Neukunden.
Auffällig ist, dass keiner dieser Faktoren direkt auf freenet zurückzuführen ist. Zum einen hat United Internet mit der „Zerschlagungs-Diskussion“ den Stein ins Rollen gebracht und nicht freenet, zum anderen kann freenet nichts für die Bearbeitungszeiträume der Telekom. Und die Vertriebspartner wurden mit Sicherheit sorgfältig ausgewählt, haben dann aber die Freiheiten ausgenutzt. freenet sollte sich überlegen, ob die Fehler, die zum Verlust von 90.000 Kunden nicht auch zum Teil im eigenen Unternehmen zu suchen sind und nicht nur bei den Anderen.
Hartes DSL-Geschäft
So viele Kunden verliert man nicht durch zu lange Wartezeiten, da ja auch viele andere Anbieter mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatten. Die (unseriösen) Methoden von Vertriebspartner wirken sich weitestgehend auf Neukunden aus, die nicht zum Kundenstamm von freenet gehört haben, sind also auch eher zu vernachlässigen und zum Schluss ist es fraglich, ob wirklich so viele Kunden aufgrund einer Diskussion über die Ausgliederung des DSL-Geschäfts den Anbieter wechseln. Ob das wirklich die wahren Gründe sind ist jedenfalls zweifelhaft und es entsteht der Eindruck, dass man es sich hier schlicht „einfach“ machen wollte.
Autor: Alfred
Geschrieben am: Mittwoch, den 14. Mai 2008
