Alfred's DSL Blog - News rund um DSL

Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost ab sofort teilweise kostenpflichtig

Informationen und Nachrichten sind bisher im Internet weitestgehend kostenlos erhältlich, aber auch Journalisten leben nicht nur von Luft und Liebe. Damit redaktionelle Arbeit auch in Zukunft Qualität liefern kann, werden neue Konzepte und, möglicherweise, unpopuläre Schritte notwendig.
“Es ist aussichtslos, spotten Experten. Es ist selbstmörderisch, argwöhnt die Konkurrenz. Es ist unverschämt, denken die Nutzer. Und doch werden wir es tun. Wir wagen, Werthaltiges im Netz künftig nicht mehr zu verschenken, sondern zu verkaufen. Wir wagen den Anfang, weil unsere Nachrichten zu wertvoll sind, um sie weiter zu verschenken.”

Kein Qualitätsjournalismus zum Nulltarif

Schon letzte Woche berichtete ich an dieser Stelle über die Initiativen von US-amerikanischen Verlagen zur Gründung eines kostenpflichtigen Online-Kiosk und den ebenso kostenpflichtigen iPhone-Apps für “BILD” und “Welt kompakt” des Axel Springer Verlags. Mit dem Hamburger Abendblatt entschließt sich nun ein weiteres Springer-Format dazu, seine Dienste in Zukunft nicht mehr kostenlos im Netz anzubieten.
Chefredakteur Matthias Iken bemängelt die “Freibiermentalität” der Deutschen: “Wer Qualitätsjournalismus zum Nulltarif will, will keinen Qualitätsjournalismus”. Diese Einstellung schade der gesamten Webwirtschaft und man habe es bisher verpasst, seine Leistungen online entlohnen zu lassen.
Damit soll jetzt endlich Schluss sein, archivierte Artikel sowie lokale und regionale Berichte werden ab heute nur Abonnenten zur Verfügung gestellt. Wer bereits die Zeitung im Abonnement erhält, bekommt das Online-Abo gratis, die übrigen Leser zahlen für das elektronische 30-Tage-Abo ab sofort 7,95 Euro. Gezahlt wird über den Bezahldienst Click & Buy.
Den gleichen Weg geht übrigens auch die Berliner Morgenpost, hier werden 4,95 Euro für das Monats-Abo fällig.

Da somit einer der wichtigsten deutschen Verlage nun eine Vorreiterposition eingenommen hat, werden künftig sicher weitere Formate und Content-Anbieter folgen.


Autor: Alfred
Geschrieben am: Dienstag, den 15. Dezember 2009

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