Glasfaser: Deutschland hinkt hinterher
Auf der vom 24. – 25. Februar stattfindenden FTTH-Konferenz 2010 in Lissabon, legte der FTTH-Council am gestrigen Mittwoch die neuen Zahlen zur Entwicklung der Glasfaser-Teilnehmeranschlüsse in Europa vor. Neuer Spitzenreiter ist Litauen. Hier kommunizieren bereits 18 Prozent der Haushalte entweder direkt oder über einen Gebäudeanschluss per Glasfaser. Die Spitzengruppe beim Glasfaserausbau wird komplettiert durch Schweden, Norwegen, Slowenien und Estland. Deutschland und England hingegen tauchen nicht in der von IDATE erhobenen Statistik auf. Diese Statistik berücksichtigt nur FTTH- und FTTB-Anschlüsse und keine VDSL-Systeme.
Frankreich investiert in Millionenhöhe
Portugal und Frankreich schafften den Sprung auf die Liste der 15 Länder mit mehr als einem Prozent Glasfaseranschlüsse. Im Besonderen haben die Franzosen vor kurzem die Anstrengungen zum Ausbau der Breitband-Infrastruktur verstärkt. Erst im Dezember des vergangenen Jahres wurde dort ein 5,4 Milliarden Euro schweres Investitionspaket beschlossen. Dies soll vor allem auch den Glasfaserausbau außerhalb der Ballungszentren voran treiben.
Portugals Ziel ist die hundertprozentige Abdeckung
Portugal hatte im vergangenen Jahr mit der damals staatlichen PT Comunicacoes, Onitelecom, Zon Multimedia und mit Sonaecom eine Vereinbarung geschlossen. Hierin ist die Gewährung von Fördermitteln und Kreditvergünstigungen geknüpft an die verpflichtende Zusage, dass die Voraussetzungen für den Anschluss von insgesamt 1,5 Millionen Haushalten mit 100 MBit/s zu schaffen. Das Volumen der Investition wird auf rund 800 Millionen Euro beziffert. Schon jetzt machen sich die ersten Auswirkungen dieses Projekts bemerkbar. Ministerpräsident Jose Socrates verkündete bei der Eröffnung der Konferenz stolz, dass die Zahl der angeschlossenen Glasfaserhaushalte von 14500 im Dezember 2008 auf 41500 im vergangenen Dezember gestiegen ist. Die Anzahl der Haushalte, die anschlussfähig sind, stieg von 200000 auf 1,2 Millionen. Der portugiesische Regierungschef bekräftigte vor den rund 250 Teilnehmern der Konferenz, dass Portugals Ziel die Erreichung einer hundertprozentigen Abdeckung sei.
Autor: Alfred
Geschrieben am: Donnerstag, den 25. Februar 2010
