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Im Netz auf der anderen Seite der Welt

Schon im Jahre 2009 hatten etwa 385 Millionen Chinesen einen Internetzugang, durch feste Anschlüsse oder über Mobiltelefone. Bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 1.3 Milliarden immerhin ungefähr 28 Prozent. Chinas Regierung kündigte an, dass sie den Ausbau des Internetzugangs massiv vorantreiben will und so die Anzahl der chinesischen Bürger mit Internetanbindung bis zum nächsten Jahr bereits verdoppeln will. Dieses Vorgehen wird von der Regierung als Investition gesehen, in einen neuen Wirtschaftszweig der zum Motor des Wirtschaftswachstums werden soll. Die Städte sind schon zu 99 Prozent mit  Internetanschlüssen versorgt, von den Dörfern sind schon 96 Prozent angeschlossen.

Allerdings besteht eine große Diskrepanz zwischen städtischer und ländlicher Nutzung des Netzes. Hier ist das Verhältnis von städtischen zu ländlichen Nutzern 70 zu 30. Online-Kunden, Nutzer von Spielen und Börsenanwendungen sitzen zu fast 100 Prozent im städtischen Raum. Die Zukunft des Internet hat also insbesondere für die ländlichen Bereiche erst begonnen.

Das „Weißbuch“

Am gestrigen Dienstag hat die chinesische Regierung eine Art Zusammenfassung über den aktuellen Stand zum Thema Internet in China veröffentlicht. Darin wird die Förderung des Netzausbaus als eines der wichtigsten Ziele der nächsten Jahre genannt. Schon in den letzten 10 Jahren hat China landesweit Glasfaserkabel verlegt. Ziel ist es die Popularisierungsrate, die schon jetzt höher ist als der Durchschnitt weltweit, bis zum Jahre 2015 auf satte 45 Prozent zu heben.

Sicherlich einseitig dargestellt sind die Ausführungen der chinesischen Regierung zum Thema Meinungsfreiheit und Datenschutz. In dem am Dienstag veröffentlichen Papier, genannt „Weißbuch“, heißt es ganz enthusiastisch, die Meinungsfreiheit der Nutzer in China solle weiter gewahrt werden und das Recht zur Information, Beteiligung und Äußerung der Bevölkerung garantiert werden.

Beschönigend klingen außerdem die Ausführungen im „Weißbuch“ über den Schutz der Meinungsfreiheit im Internet. Politiker nutzen bereits das Internet um sich über die Meinung der Chinesen zu informieren oder führen auch schon mal online Diskussionen mit den Nutzern des Internets. Das Schriftstück der Regierung betont, dass der Austausch eine zu fördernde Besonderheit der Internetentwicklung in China sein und sich immerhin schon heute mehr als 1 Million Foren und 220 Millionen Blogger im Internet tummeln.

Wer schützt wen vor wem?

Diese Ausführungen werden in dem Papier aber mit zahlreichen Einschränkungen versehen. Die chinesische Regierung versucht sich da positiv auszudrücken und spricht von einem Schutz der Bürger vor den Tücken des weltweiten Netzes. Angaben zur harten Zensur, die auch den Suchmaschinenanbieter Google zum Verzicht auf den chinesischen Markt bewegte und die Sperrung ganzer Seiten weltweiter sozialer Plattformen, kommentiert das Papier erst gar nicht.

Einen traurigen Rekord hält das Internet in China: Laut Angaben der chinesischen Regierung sei China das am häufigsten von Hackern attackierte Land, auch die Internetkriminalität sei überdurchschnittlich hoch. Inwiefern diese Angaben jedoch nur der Rechtfertigung der „Schutzmaßnahmen“ des Staates gegenüber seinen Bürgern dienen, lässt sich nur vermuten.


Autor: Alfred
Geschrieben am: Mittwoch, den 9. Juni 2010

Eine Reaktion zu “Im Netz auf der anderen Seite der Welt”

  1. DSL Ausbau – Neues im Norden | Alfred's DSL Blog - Aktuelle News zum Thema DSL

    [...] fünfeinhalb Millionen Finnen, kann ein solches Vorhaben durchaus realistisch umgesetzt werden. Die Pläne Chinas wirkten dagegen in Relation zu den jeweiligen demographischen Zahlen doch noch eher [...]

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