Alfred's DSL Blog - News rund um DSL

DSL Ausbau – Neues im Norden

Unsere nördlichsten skandinavischen Nachbarn stehen für den Rest Europas wohl nicht gerade synonym für Fortschritt und Modernität. Dagegen eher für Hinterwäldlertum, eine Liebe zu kaltem Bier und heißer Sauna und eine merkwürdig unverständliche Sprache – das sind die Eigenschaften, die den Finnen zugeschrieben werden. Dabei ist das Land das erste weltweit, das ein äußerst modernes und fortschrittliches Gesetz erlassen hat. Dieses Gesetz verbrieft das Recht auf schnelles Internet.

Moderne Kommunikation im Mutterland des Mobilfunks

Kaum einem ist bewusst, wie fortschrittlich die Finnen insbesondere im Hinblick auf moderne Technik und Kommunikationsmittel sind. Elektronische Datenverarbeitung bei Ämtern und Behörden, computerisierte Einschreibungs- und Scheinvergabeverfahren, Notenspiegel und Stundenpläne online bei Universitäten und Schulen, sowie die komplette Online-Verfügbarkeit von Fahrplänen für Busse und Bahnen mit Nachverfolgungsfunktion und Verspätungsmeldungen – diese in Deutschland noch relativ neuen Verbesserungen der öffentlichen Hand sind in Finnland schon lange alte Hüte. In Finnland gibt es schon etliche Jahre mehr Handys als Festnetzanschlüsse und während wir noch gar nicht jeder ein Handy besaßen, dachten die Finnen wegen der Dauerbelästigung durch die landeseigenen Verkaufsschlager schon vor Jahren an Richtlinien zum Mobilfunkverhalten in der Öffentlichkeit.

Per Gesetz auf die Glasfaserüberholspur

Und jetzt also das verbriefte Recht auf Mindestgeschwindigkeit. Die Weichen dafür stellte das Ministerium für Verkehr und Kommunikation bereits im vergangenen Jahr, als eine Neuordnung des Telekommunikationsmarktes durchgesetzt wurde. Das am vergangenen Donnerstag erlassene Gesetz schreibt vor, dass ein Anschluss fürs Internet genauso universell verfügbar sein muss, wie die Zulieferung der Post oder ein Telefonanschluss. Die Bestellung von DSL muss jedem Verbraucher geliefert und installiert werden, egal wo dieser wohnt. Weiße Flecken auf der DSL-Landkarte sind damit per Gesetz schlicht verboten.

Schlechte Noten für lange Leitung

Laut Gesetzestext muss der Anschluss für den Nutzer wenigstens als „Ausreichend“ klassifiziert sein. Das bedeutet eine Geschwindigkeit von mindestens 1MBit/s, welches die langsamste DSL-Geschwindigkeit ist.

Man könnte glatt neidisch werden. Dass die finnische Regierung in der Lage ist, ein solches Gesetzt durchzusetzen und die finnischen Unternehmen das umsetzen können, lässt sich jedoch durch eben die länderspezifischen Charakteristika „Suomis“ erklären, die auch für die Klischees verantwortlich sind. Denn bei einem immer noch stark monopolisierten Anbietermarkt und einer geringen Bevölkerungszahl von gerade einmal fünfeinhalb Millionen Finnen, kann ein solches Vorhaben durchaus realistisch umgesetzt werden. Die Pläne Chinas wirkten dagegen in Relation zu den jeweiligen demographischen Zahlen doch noch eher ehrgeizig.


Autor: Alfred
Geschrieben am: Donnerstag, den 1. Juli 2010

Einen Kommentar schreiben

DSL-Tarifrechner - finden Sie den passenden Tarif
Welche Geschwindigkeit wünschen Sie?
 
 
 
 
(Angebot der zutreffenden Tarife unverbindlich anschauen)