Werkzeug der Demokratie
Ein Informatiker der Berliner Humboldt-Universität sagte in einem Interview zur Informationsverbreitung über das Internet kürzlich, dass die flächendeckende Versorgung mit Breitband-Internet eine Voraussetzung dafür sei, dass das weltweite Netz voll einbezogen werden kann, wenn es um das „Recht auf informationelle Grundversorgung“ ginge. Vorher kann davon nicht die Rede sein, da praktisch nicht jedem Bürger die Informationen im Internet in vollem Umfang zugänglich sind, selbst wenn das theoretisch der Fall ist. Damit wäre Finnland bereits einen Schritt weiter und hat mit dem Erlass des Gesetzes zur DSL-Versorgung den Grundstein gelegt, das Internet zu einem universell zugänglichen Medium zu machen, wie es einst das Radio wurde.
Zunehmend mächtig
Zuletzt bei der angeblich durch das Netz ins Rollen gebrachten Diskussion um die Glaubwürdigkeit des ehemaligen Bundespräsidenten bis hin zu dessen Rücktritt demonstrierte sich für viele der Beweis für die „Macht des Internets“. Wobei nicht das Netz selbst über die Macht verfügt, vielmehr dient es, wie die Süddeutsche treffend titelte, als „Katalysator“ der Stimme eines Einzelnen bis hin zur Massenmeinung.
Dynamik mit Vorsicht zu genießen
Richtig ist sicherlich, dass die Meinungsbildung durch das Internet eine neue Dimension erreicht hat. Selbst maulfaulen Bürgern wird es mit den neuen Mitteilungsplattformen und -diensten einfacher gemacht als je zuvor, ihren Senf dazuzugeben. Medienbeobachtung kann auch von Privatpersonen durch einige wenige Klicks erfolgen und die Weitergabe von Informationen ist durch Verlinkung und E-Mail einfacher geworden.
Keine Gütesiegel, schwierige Quellenlage
Jedoch entstehen so auch viele falsche Meinungen zu Diskussionen die eigentlich keine sein müssen. Manipulationen ist Tür und Tor geöffnet wenn man sich nur auf einige große Quellen mit der besten Suchmaschinenoptimierung verlässt, und klickt man sich durch bis auf Seite vierzehn der Suchergebnisse können unseriöse Nachrichten es dem User schwer machen die Spreu vom Weizen zu trennen.So werden aus Fachkreisen zu Recht die Rufe nach einer Regelung des Urheberrechts im Netz lauter.
Viel zu tun
In Berlin kam erstmals im Mai eine Kommision zur Anhörung zusammen, die sich mit den Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung auf Wirtschaft, Gesellschaft und Demokratie befassen und beraten soll. Handlungsrichtlinien sollen bis 2012 erarbeitet werden. Auf diese Kommission kommt eine Menge Arbeit zu, die hoffentlich mit dem nötigen Ernst verfolgt wird. Allerdings bleibt bei einer Bearbeitungszeit von 2 Jahren zu befürchten, dass die Vorschläge dann bereits wieder fällig zur Überarbeitung sind
Autor: Alfred
Geschrieben am: Montag, den 5. Juli 2010

Am 7. Juli 2010 um 14:30 Uhr
[...] potenzieren. Nicht lang her, dass das Potential das darin steckt, zu einer Diskussion über die Macht des Internet geführt [...]