Neue Wege für die E-Mail
Die elektronische Post hat die schriftliche Kommunikation revolutioniert – ähnlich tiefgreifend, wie einst das Telefon das Übermitteln von Nachrichten per Pony-Express oder Telegramm ablöste. Galt eine Zeitlang die Zustellzeit von nur einem Tag für einen Standardbrief schon als sensationell schnell, schlug die E-Mail alles bisher Dagewesene. Nun bekommt sie selbst Konkurrenz, ausgerechnet von dem eigentlich schon im Doppelsinne überholten Brief.
Eins und Eins sind die Ersten
Ab heute startet das Internetunternehmen 1&1 mit einem neuen Dienst. Ab sofort kann man über das Tochterunternehmen von United Internet eine E-Mail verschicken, die beim Empfänger als Brief ankommt. Mitte des Monats will die Mutter aller Briefdienste, die Deutsche Post, nachziehen und dann ebenfalls den sogenannten Hybridbrief anbieten.
Was nichts kostet ist auch nichts
E-Mails haben sich, besonders im offiziellen Schriftverkehr, als zu unsicher erwiesen. Missbrauch von Adressen, Manipulation von Absendern und das Hacken ganzer Postfächer hat die Rechtsverbindlichkeit einer E-Mail bisher (zu Recht) verhindert. So muss häufig gerade in den Bereichen, in denen die Vorteile einer E-Mail wirklich glänzen könnten, in Punkto Schnelligkeit und Einsparung von Arbeitsaufwand zum Beispiel, auf den guten alten Brief zurückgegriffen werden.
Kosten werden sich allerdings auch mit dem neuen System nur begrenzt sparen lassen. Die vorgesehen Entgelte für den Hybridbrief liegen mit einem Cent weniger nur ganz knapp unter den Portokosten für einen Standardbrief.
Gleiches Recht für die Mail
Mit dem Hybridbrief ist die Funktion der E-Mail bereits erweitert worden, langfristig arbeitet die Post jedoch am Projekt E-Postbrief. Über besondere Adresszusätze und ein anmeldepflichtiges Verfahren über das Sender und Empfänger sich bei Absenden und Empfang identifizieren müssen, soll die E-Mail selbst endlich rechtsgültigen Status erhalten. Die bevorstehende Einführung des Hybridbriefes sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es bis zur rechtsverbindlichen E-Mail noch ein weiter Weg mit viel Regelungsbedarf ist.
Ein Vorteil liegt schon jetzt auf der Hand. Immerhin kann man nun endlich die Post an Oma und Opa per E-Mail verfassen. Und mal ehrlich: Wer schreibt denn sonst noch privat richtige Briefe?
Autor: Alfred
Geschrieben am: Dienstag, den 6. Juli 2010
