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Wer oder was rettet die Printmedien?

Die Luft wird langsam dünner für die klassischen Printmedien. Nach der Veröffentlichung aktueller Zahlen, ist das letzte Jahr ein schwarzes für die Branche. Denn erstmals erzielten die großen Zeitungsverlage mehr Einnahmen aus dem Verkauf der Blätter, als aus den Anzeigeneinnahmen. Ein in der Branche unübliches Ergebnis, wo das Verhältnis sonst bei einem zu zwei Dritteln für die Einnahmen aus Werbung steht. Die schrumpfende Popularität der Zeitungen ist die Ursache – in Konkurrenz zu Online-Ausgaben des eigenen Blattes und anderer Blätter und der bisher kostenlosen Informationsflut aus dem Internet.

Mit Werbung lässt sich Geld verdienen

So zumindest die Hoffnung der Printmedien von Anfang ihrer Zeitrechnung. Bisher hat sich diese auch immer erfüllt und die Kassen wurden zu zwei Dritteln von der Anzeigenabteilung eines Verlagshauses gefüllt. Das hat immer gut funktioniert, so gut, dass die Branche blühte und auch zahllose Umsonst-Blätter, die sich nur aus Anzeigen finanzierten, in regionaler Auflage erscheinen konnten. Im Jahr 2009 stiegen die Umsätze aus dem Vertrieb zwar leicht an, aber nur als Folge von Preiserhöhungen im Verkauf. Beilagen und Anzeigen brachten fast 17 Prozent weniger ein also sonst. Wenn sich manch einer bei Einführung der Online-Ausgaben gewundert haben mag, wie sich denn dann die Printsparte noch halten kann, wurde noch vor wenigen Jahren als marktwirtschaftlich naiv abgetan. Denn auch hier saßen die Hoffnungen auf den Werbeeinnahmen und der Annahme, dass es immer ausreichend Leser geben wird, die eine Zeitung in der Hand halten müssen und das Online-Angebot bestenfalls ergänzend nutzen würden. Die Rechnung ging nicht auf.

Zu viele Informationen, zu wenig Qualitätssicherung

Im Netz kann jeder veröffentlichen was er will. Nachrichtenportale, Newsblogs und Foren schießen täglich und sogar minütlich wie Pilze aus dem Cyber-Boden, es wird fleißig mit- und abgeschrieben und keiner weiß eigentlich mehr so genau woher die Informationen stammen. Das Urheberrecht ist vernachlässigbar geworden wenn es um die Verbreitung aktueller Informationen geht, da niemand den Überblick behalten kann, woher die Quelle letztlich kam. Aber auch seriöse Portale wie tagesschau.de oder heute.de graben als öffentlich-rechtlich finanzierte Nachrichtenportale, den Printmedien das Wasser ab. Würden die Zeitungen auf Bezahlinhalte setzen, könnte der User jederzeit auf diese Seiten ausweichen.

Nachmachen oder vormachen?

Nun setzt die Branche auf ein Modell, dass der Computerriese Apple vorgemacht hat. Inhalte für mobile Computer und Organizer, Handy und die neuen Tablets sollen nach Vorbild der Apps vertrieben werden. Ob das gelingen wird oder ob die User dann lieber den zweimal durchgekauten Infos auf Umsonstseiten folgen, sei dahingestellt. Ergänzend sollten sich in jedem Fall die Verlage eine Strategie überlegen, wie sie den Weg für ein Presse- und Urheberrecht speziell fürs Internet ebnen können.


Autor: Alfred
Geschrieben am: Mittwoch, den 14. Juli 2010

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