Alfred's DSL Blog - News rund um DSL

Dumm durchs Internet

Aktuell hat die Veröffentlichung eines Buches von Nicholas Carr namens „The Shallows“ (Die Untiefen), eine Diskussion über den Nutzen und Schaden des Internet losgetreten. Nun wird sich in der Presse mehr oder weniger gestritten und hin- und her argumentiert, ob an der These, dass das Internet unser Denken verändert (hat) etwas dran ist oder nicht. Technologiefeindlichkeit oder wirkliche Gefahr, fragt sich der Nutzer und Leser, ohne dass eine Antwort zum universalen Gebrauch existiert.

Verlinkt oder gelinkt?

Eine der Hauptthesen Carrs ist, dass das Lesen eines Textes im Netz, niemals in der Tiefe geschieht, wie beim Lesen eines gedruckten Mediums, bei Büchern oder Zeitschriften. Denn der Hyperlink stelle das Gehirn, je nach Textgestaltung, immer und immer wieder vor die Frage ob man nun weiterlesen oder abschweifen wolle. Die Wahrscheinlichkeit, dass man im, unter dem Link verlinkten Text, wiederum auf Links stößt, die das geplagte Gehirn auf weitere Irrwege führen, sei dabei groß und schließlich würde sich nur noch die „Zurück“-Taste des Browser erinnern können, worum es in der ursprünglich aufgeschlagenen Seite wirklich ging.

Zum Thema passende News?

Aufhänger all dieser kritischen Überlegungen ist oft der gerade bekannt gemachte Fakt, dass der bekannte Internet-Buchhändler Amazon im letzten Geschäftsjahr mehr E-books, also Bücher in digitaler Form, als traditionelle Bücher verkauft habe. Allerdings auf dem amerikanischen Markt. Das hauseigenen Lesegerät Kindle ist in Deutschland immer noch mit dem Preis von circa 15 Büchern zu unerschwinglich, die Technologie, wie man hört, noch nicht ausgereift und das Misstrauen der Deutschen gegen dieselbe wohl auch noch zu hoch um die geliebten Schmöker aus der Hand zu legen und sich elektronisch zu belesen. Viele halten Lesen ja sowieso für Zeitverschwendung, daher ist diese Sparte vielleicht eher ein Sonderfall und nicht exemplarisch für den Trend.

Gut informiert, wenn gut organisiert

Das Informationen im Netz mit Vorsicht zu genießen sind, das wird inzwischen jedem Nutzer klar sein. Dass das Surfen im Netz bei wahlloser Hin- und Herklickerei und dem Verfolgen jedes Links schnell zu einer gigantischen Zeitverschwendung werden kann, dürfte auch nicht wirklich neu sein. Vielleicht geht es gar nicht um eine Rückkehr zur analogen Medienwelt, die die Informationsflut für unser Gehirn besser und effektiver verwertbar machen würde, sondern um eine Neuorganisation der Inhalte im Netz. Vielleicht auch um eine rigide Aufteilung zwischen seriösen und rein unterhaltenden oder kommerziellen Zwecke verfolgenden Anbietern. Denn mal ehrlich: Das Internet abschaffen wird wohl keiner mehr. Daher sollte die Prämisse sein, sich seines Gehirns zu bedienen wenn man im Netz unterwegs ist und so aus eigener Kraft seine eigene Verdummung zu verhindern.


Autor: Alfred
Geschrieben am: Dienstag, den 20. Juli 2010

Einen Kommentar schreiben

DSL-Tarifrechner - finden Sie den passenden Tarif
Welche Geschwindigkeit wünschen Sie?
 
 
 
 
(Angebot der zutreffenden Tarife unverbindlich anschauen)