ARD verleiht sich selbst Gütesiegel
Heute war es raus. Das öffentlich-rechtliche Online-Portal der ARD unter tagesschau.de hat den hauseigenen 3-Stufen-Test zur Qualität des Auftritts bestanden. Geprüft wurde über insgesamt achtzehn Monate hinweg auf Kriterien wie die Relevanz in publizistischer Hinsicht, die Möglichkeiten zur Finanzierung und die Auswirkungen, die das Angebot auf die private Konkurrenz hat. In allen drei Punkten bescheinigte der Gremienrat der ARD ein „Bestanden“.
Ein richtiger und wichtiger Schritt
Damit werden die meisten Angebote die der Sender online stellt, erhalten bleiben. Lediglich die Archivierung wird eingeschränkt, damit die ARD nicht auch noch Nachschlagewerken Konkurrenz machen kann. Das wird von vielen Verbrauchern sehr bedauert, da ihnen damit ein verlässliches und qualitativ hochwertiges Nachschlagewerk verloren geht. Die Inhalte des Archivs sollen nach durchschnittlich 7 Tagen gelöscht werden.
Weiter heißt es in der Erklärung zum 3-Stufen-Test: Die Konkurrenten im journalistischen Segment seien nicht in Konkurrenz zu tagesschau.de zu sehen, da sie in keinster Weise an die Qualität des öffentlich-rechtlichen Angebotes heran kämen, das daher von den Verbrauchern benötigt werde und nicht zu Marktstörungen führen könnte. Gerade dieses recht selbst beweihräuchernde Urteil kritisierten Verleger und Vertreter der Privatsender.
Konkurrenzlos, da konkurrenzlos gut bezahlt?
Vielleicht zu Recht, denn das durch Einnahmen der Gebühreneinzugszentrale finanzierte Angebot, kann sich wohl in erster Linie aus diesem wirtschaftlichen Komfort heraus, so mühelos von seinen Mitstreitern absetzen. Die Frage, die zu stellen es wert wäre, ist eher, ob ein Weit-Vorne-Dabeisein im Online-Feld des Print-Bereichs, denn überhaupt zur Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten gehört. Denn der Auftritt der Tagesschau ist ebenso stark textlastig, wie der Auftritt größerer Zeitungsverlage.
Autor: Alfred
Geschrieben am: Mittwoch, den 21. Juli 2010
