Fischen von Rechts
Besorgniserregende Zahlen werden aktuell aus den Reihen der Jugendschützer gemeldet, wenn es um die Verbreitung rechtsextremer, juden- und fremdenfeindlicher Inhalte und Propaganda im Internet geht. Der Kampf dagegen ist ähnlich schwierig wie gegen andere jugendgefährdende Websites. Sogar Anbieter von Text-, Bild- oder Videomaterial, die komplett illegal sind, lassen sich häufig nur schwer bekämpfen oder gar eindämmen.
Gezielte Propaganda
Das Problem bei rechtsradikaler Propaganda ist aber in erster Linie, dass hier nicht nur eine Seite oder ein Portal zur Verfügung gestellt wird nach dem gezielt gesucht wird. Mit Hilfe der Social Media Plattformen, Einrichtungen wie Studi-VZ und Facebook, gibt sich die Propaganda ein freundliches Gesicht, ein paar witzige Stimmen und angelt sich so Freunde, Unterstützer und letztlich sogar Mitglieder. Allein fast 2000 Websites von Neonazis befinden sich im deutschsprachigen Netz, Neonazistische Netzwerke und Internetangebote der immer noch legalen NPD haben sich in ihrer Anzahl nahezu verdreifacht – und das in nur wenigen Jahren. Dazu kommen unzählige Videos, die bei Plattformen wie YouTube eingestellt wurden, Bilder und Pinnwandposts, die gezielt an jugendliche Nutzer der sozialen Netzwerke gerichtet werden.
Gegenmaßnahmen schwierig
Eine Abteilung von Jugendschutz.net in Mainz kümmert sich ausschließlich um diese als jugendgefährdend gewerteten Inhalte und vermeldet, nach eigener Aussage, die größten Erfolge wenn sie die Provider direkt ansprechen. Zwar ist die NPD als Partei nicht verfassungswidrig erklärt worden, Nazi-Symbole und bestimmte Bilder, Sprüche und Propaganda sind es aber nach deutschem Recht schon. So können die selbst ernannten Internetseitenbetreiber gezwungen werden, gewisse Inhalte aus dem Netz zu nehmen oder es kann ihnen gleich – was wesentlich effektiver sein dürfte – mit der gesetzlichen Beendigung ihrer Aktivitäten gedroht werden.
Inhalte im Exil
Besonders schwierig und frustrierend am Kampf gegen die Nazi-Inhalte ist, dass vieles wogegen es nach deutschem Recht eine Handhabe gibt hier aus dem Netz genommen wird, nur um dann aus dem Ausland heraus wieder eingestellt zu werden. Umleitungen und Landing-Pages ändern dann für die Nutzer und die Vernetzung letztendlich nichts. So bleibt das ganze Unterfangen eine äußerst mühselige Mission. Umso wichtiger, in der realen Welt präventiv Aufklärung in Schulen und zu Hause zu betreiben.
Autor: Alfred
Geschrieben am: Mittwoch, den 25. August 2010
