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Powerline: DSL aus der Steckdose

Vor einigen Jahren kam erstmals der Begriff Powerline auf. Gemeint war DSL aus der Steckdose, also über das Stromkabel.

Die Idee

Highspeedinternet annähernd flächendeckend in ganz Deutschland, so lautete die Vorstellung der großen Energiekonzerne. Der Datentransfer sollte über das vorhandene Stromnetz abgewickelt werden, so musste nicht ein weiteres Netz eingerichtet werden oder aber Durchleitungsgebühren an die Telekommunikationsunternehmen bezahlt werden.

Das System

Die Energieunternehmen wollten einen neuen Standard setzten und die Technik, Daten über das Stromnetz zu transportieren, etablieren. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, werden die Daten nicht durch das gesamte Stromnetz geleitet, sondern erst im Ortsnetztransformator des Energieversorgers in das 230/240 Volt Niederspannungsnetz eingespeist. Bis zum Transformator werden die Daten über die Telefonleitungen transportiert. Vom Transformator geht es dann zu den angeschlossen Haushalten, so dass ein vorhandenes Netz genutzt werden kann, wofür sonst teure Durchleitungsgebühren bezahlt werden müssten.

Der Endverbraucher benötigt, um Powerline nutzen zu können, ein so genanntes PLC-Modem (Powerline Communication), welches die Daten aus der Stromleitung so aufbereitet, dass der PC sie verarbeiten kann.

Powerline konnte sich nicht durchsetzen

Mit Powerline sind theoretisch Geschwindigkeiten von bis zu 2 mbit/s zu erreichen. Dieser Wert ist allerdings kaum zu erreichen, wenn mehrere Nutzer gleichzeitig über ein Stromkabel im Internet sind. Die relativ niedrige Geschwindigkeit, die Angst vor Elektrosmog und die Überschreitung von Grenzwerten bei der elektromagnetischen Strahlung, führten dazu, dass die meisten Anbieter Ihre Pläne verworfen oder zumindest „auf unbestimmte Zeit“ eingefroren haben.

Das Hauptproblem der Stromanbieter war es, das die gleichzeitige Nutzung des Stromkabels für Strom und Powerline, zu erhöhter Strahlung von elektromagnetischen Wellen führte, die wiederum z.B. den Radioempfang oder sogar die Notruffrequenzen gestört haben.

Es gibt allerdings auch Erfolgsmeldungen, so gibt es Projekte in Hameln, Mannheim, Dresden und Linz(Österreich), die Powerline erfolgreich einsetzen. Die EU vergibt sogar Fördergelder und auch einige internationale Stromversorger sind aktiv an der Forschung bzw. Optimierung von Powerline beteiligt.

Es bleibt aber nach wie vor fraglich, ob Powerline eine „echte“ Alternative zu DSL darstellt. Es müssten enorme Summen investiert werden, um die Transformatoren umzubauen. Des Weiteren, kann der Stromanbieter nur eine Leitung pro Trafostation zur Verfügung stellen, die wiederum von allen angeschlossenen Haushalten (pro Station ca. 15-30) genutzt wird. Das heißt, dass sich die 2 mbit/s von allen Haushalten geteilt werden und jeder einzelne nur ein Teil der Bandbreite erhält. Da DSL mittlerweile mit bis zu 16 mbit/s pro Haushalt angeboten wird, ist Powerline schlicht zu langsam, um eine echte Konkurrenz zu DSL zu sein.

In-House-Lösungen

Die Idee Powerline als Breitbandanschluss fürs Internet, ist also kaum praktikabel umzusetzen, es gibt aber noch andere Möglichkeiten es einzusetzen. Die Firma Devolo bietet z.B. Powerline-Lösungen an, um sich Hausintern zu vernetzten. So kann man die Wohnung, das Haus oder auch die Büros über das Stromnetz vernetzen, ohne Kabel quer durch die Räumlichkeiten verlegen zu müssen.